EIN Konzept mit vielen Namen … das „Mini-Kraftwerk“

Eine kleine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von maximal 600 Watt wird auch als Guerilla-PV, Mini-Solaranlage, Plugin-PV-Anlage, Steckdosenmodul, Balkonkraftwerk, Heim-Solaranlage, PV-Kleinanlage oder Mini-Kraftwerk bezeichnet.

Woraus besteht ein Mini-Kraftwerk? 

  • Solarmodul(e): Ein Mini-Kraftwerk besteht in der Regel aus ein bis zwei Solarmodulen. Jedes Modul ist ca. 1,80m lang und 1,05m breit. Die Leistung je Modul beträgt zwischen 300 und 400 Watt. 
  • Wechselrichter mit AC-Kabel: Zur Umwandlung des Gleichstroms in Wechselstrom wird ein Wechselrichter mit einer Leistung zwischen 300 und 600 Watt Leistung und ein passendes AC-Kabel benötigt (AC = Wechselstrom). Das AC-Kabel wird einfach an eine Schuko-Steckdose (normale Haushaltssteckdose) angesteckt.
  • Montage-Set: Zusätzlich wird ein für den Standort passendes Montage-Set benötigt (z. B. für die Befestigung an Balkon oder Fassade). 
  • DC-Verlängerungs-Kabel: DC-Verlängerungskabel sind erforderlich, wenn die Solarmodule nicht direkt nebeneinander montiert werden. In diesem Fall sind ein zusätzliche DC-Verlängerungskabel (DC = Gleichstrom) notwendig.
  • Mini-Kraftwerke werden in der Regel ohne Stromspeicher installiert.  

Was bringt ein Mini-Kraftwerk? 

Ein Mini-Kraftwerk mit zwei Modulen produziert rund 600 kWh Strom pro Jahr. Mit diesem selbsterzeugten Strom können entweder 

  • 4.000 km mit einem E-Auto gefahren,
  • 30.000 Stunden am Laptop gearbeitet,
  • 600 Ladungen Wäsche bei 60°C gewaschen oder
  • 5.400 Liter Tee aufgebrüht werden

Jedes Jahr können in Abhängigkeit Ihres individuellen Stromverbrauchs zwischen 75 und 150 Euro eingespart werden. Sie entlasten nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern vermeiden jedes Jahr die Entstehung von rund 360 Kilogramm CO2. Damit leisten Sie einen aktiven und sichtbaren Beitrag zur Energiewende

Wie leistungsstark sollte mein Mini-Kraftwerk sein?

Als Entscheidungshilfe, ob Sie ein oder zwei Module benötigen, gibt es eine grobe Faustregel:

Liegt Ihr täglicher Stromverbrauch unter fünf kWh reicht in der Regel ein Mini-Kraftwerk mit einem Modul, bei einem Stromverbrauch von mehr als fünf kWh täglich rentiert sich der Kauf eines Mini-Kraftwerks mit zwei Modulen.

Wie können Sie Ihren täglichen Stromverbrauch einfach ermitteln? 

Nehmen Sie den Jahresverbrauch (kWh) Ihrer letzten Stromrechnung und teilen Sie diesen durch 365 Tage.

Wo bringe ich mein Mini-Kraftwerk an? 

Mini-Kraftwerke bieten breite Einsatzmöglichkeiten für MieterInnen, WohnungseigentümerInnen oder HauseigentümerInnen, die keine Möglichkeit haben eine große Photovoltaik-Anlage auf das Dach zu bauen.
Mögliche Standorte für ein Mini-Kraftwerk sind beispielsweise: Balkon, Fassade, Terrasse, Garten, Gartenhäuschen, Carport oder das Garagendach.

Was ist zu beachten?

Vor dem Kauf

  • Zunächst stellt sich die Frage nach einem geeigneten Aufstellort: also ein sonniger, unverschatteter Platz (idealerweise mit Süd- oder Ost-West-Ausrichtung) mit sicherer Befestigungsmöglichkeit und einer Steckdose.
  • MieterInnen müssen das Einverständnis der Hausverwaltung oder der VermieterInnen einholen, WohnungseigentümerInnen klären mit der Wohnungseigentümer-Gemeinschaft, ob die Installation eines Mini-Kraftwerks in Ordnung geht. 
  • Solarmodule sind nicht leicht – ein Modul wiegt zwischen 15 und 20 Kilogramm. Bitte berücksichtigen dies bei der richtigen Auswahl eines sicheren Standortes für Ihr Mini-Kraftwerk. Dieser muss sicher sein und statischen Anforderungen genügen. Bei der Selbstmontage sollten Sie sich Unterstützung holen oder eine Fachkraft hinzuzuziehen.
  • Die offene Werkstatt in Gilching unterstützt Sie gerne in Fragen der Montage Ihres Mini-Kraftwerks. 

Nach dem Kauf

  • Anmeldung beim Netzbetreiber: Eine Anmeldung beim zuständigen Netzbetreiber ist verpflichtend. Ist Ihr Netzbetreiber die Bayernwerk Netz GmbH, dann gehen Sie bitte auf diesen Link, füllen das Datenblatt aus, unterschreiben es und senden es dem Netzbetreiber zu. Sollte ein anderer Netzbetreiber für Sie zuständig sein, finden Sie vergleichbare Formulare auf der Website des jeweiligen Netzbetreibers. Der Netzbetreiber ist nach Ihrer Anmeldung dafür verantwortlich, ob und wann er Ihnen einen modernen Zähler gegen eine geringe Erhöhung der jährlichen Zählergebühr einbaut.
  • Anmeldung bei der Bundesnetzagentur: Zusätzlich muss jedes Mini-Kraftwerk im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Dazu ist eine Anmeldung notwendig. Beim Kauf eines Mini-Kraftwerks bei der Energiegenossenschaft-Fünfseenland ist dieser kostenlose Service bereits enthalten. Sie müssen sich nicht mehr darum kümmern.

Haben Sie noch Fragen?

Die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) hat auf ihrer Seite www.pvplug.de viele Informationen zu Mini-Kraftwerken zusammengestellt. Hier finden Sie in den Fragen und Antworten (FAQs), Wissenswertes zur Funktion und Strommessung sowie zu Rechts- und Sicherheitheitsfragen.

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