Baustelle Bürgerwindpark Forstenried Foto Sebastian Raum 29082026

Der Bürgerwind wächst in den Himmel

Wo im Februar der Spatenstich für den Bürgerwindpark Forstenrieder Park erfolgte, ragen inzwischen die ersten Turmsegmente in die Höhe. Nach Fundamentbau und Infotagen im Sommer hat im August die Montage der ersten Windenergieanlage begonnen – ein guter Anlass, auf den Fortschritt der vergangenen Monate zurückzublicken

Seit August wächst der erste Turm

Mittlerweile hat sich die Baustelle sichtbar verändert: Die Standorte waren vorbereitet, die Kabel lagen, die Fundamente waren fertig – und in der ersten Augustwoche begann die Montage des ersten Turms. Segment für Segment setzten die Baufirmen die Betonfertigteile aufeinander: rund 100 Meter Betonturm, darüber folgt ein weiterer Abschnitt aus Stahl von rund 60 Metern. Die Windkraftanlagen wachsen damit buchstäblich in den Himmel.

Insgesamt entstehen im Forstenrieder Park sechs Anlagen – drei westlich, drei östlich der A95. Vier davon gehören zum Bürgerwindpark; getragen wird das Projekt gemeinsam mit den Gemeinden Baierbrunn, Neuried, Pullach und Schäftlarn. Für die Region bleibt es eines der sichtbarsten Leuchtturmprojekte der Bürgerenergie.

Drei Sonntage an der Baustelle

An drei Sonntagen im Juli – am 12., 19. und 26. Juli, jeweils von 13 bis 16 Uhr – standen die Projektverantwortlichen des Bürgerenergieprojekts Windkraft Forstenrieder Park direkt an der Baustelle Rede und Antwort. Bis zu 100 Bürgerinnen und Bürger kamen vorbei, viele mit dem Rad, manche mit Anhänger und Kindern – und sahen ein Windrad in seinen Einzelteilen.

Erkennungsmerkmal waren eine Beachflag und ein kleiner Informationstisch am Standort der Windenergieanlage 02 im Bereich Max-Josef-Geräumt. Eingeladen hatten die Projektgesellschaft Bürgerwindpark Forstenrieder Park GmbH & Co. KG, die Gemeinden Baierbrunn, Neuried, Pullach und Schäftlarn sowie die beiden beteiligten Energiegenossenschaften BENG eG und Energiegenossenschaft Fünfseenland eG (EGF).

Baustelle der Windenergieanlage 02 im Forstenrieder Park
Die Baustelle der Windenergieanlage 02 im Forstenrieder Park. Foto: © Stephan Bleek, Bürgerenergie Forstenrieder Park / EGF

Fundament, Spannglieder und ein Farbring

Wer erwartet hatte, bereits einen Turm zu sehen, wurde überrascht. Auf der Baustelle ist bislang die kreisrunde Fundamentplatte errichtet, aus deren Mitte schwarze Stangen in die Höhe ragen – sie werden später im Inneren des Turms die Spannglieder verankern, die die Konstruktion zusammenhalten.

Daneben warteten in einer langen Reihe die vorgefertigten Betonsegmente: überwiegend graue Halbschalen, dazwischen einzelne grün und leuchtend rot lackierte. Das Rot ist kein Gestaltungseinfall, sondern Vorschrift: Anlagen über 150 Metern benötigen laut Kennzeichnungsvorschrift für Luftfahrthindernisse einen drei Meter hohen Farbring, damit Piloten das Hindernis auch bei Tageslicht erkennen – an Waldstandorten darf er nach oben rücken, wenn Baumkronen ihn sonst verdecken würden. Dazu kommen rot-weiße Streifen an den Rotorblattspitzen und ein roter Streifen am Maschinenhaus.

Rot lackierte Betonsegmente des Turms neben grauen Segmenten auf dem Lagerplatz im Wald
Vorschrift statt Farbwahl: Aus diesen roten Segmenten entsteht der Farbring, der die Anlage tagsüber für den Luftverkehr erkennbar macht. Foto: © Stephan Bleek, Bürgerenergie Forstenrieder Park / EGF

Warum sind Windräder rot-weiß markiert?

Windenergieanlagen sind Luftfahrthindernisse. Ab 100 Metern Gesamthöhe schreibt die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV) eine Tagesmarkierung vor:

  • Rotorblätter: ab 100 m Gesamthöhe drei Sätze rot-weiß-roter Streifen von je 6 Metern, von der Blattspitze aus
  • Maschinenhaus: ab 150 m ein 2 Meter breiter roter Streifen
  • Turm: ab 150 m ein 3 Meter hoher Farbring in Rot oder Orange, regulär beginnend in 40 Metern über Grund. An Waldstandorten darf er höher gesetzt werden, wenn die Bäume ihn verdecken würden.

Weiter interessiert bleiben

Die Resonanz war überwiegend positiv. Gefragt wurde nach Bauzeitplan, Schall und Rückbau, vor allem aber danach, was der Windpark für die Stromversorgung der Gemeinden südlich von München bedeutet. Nur wenige Windkraftgegner meldeten sich zu Wort – ihre Einwände wurden vor Ort diskutiert, nicht abgewiesen. Genau dafür waren die Termine gedacht.

Wer den Baufortschritt selbst erleben möchte: Am 4. Oktober laden EGF und BENG eG zu einer gemeinsamen Radtour zum Bürgerwind Forstenrieder Park ein – direkt vorbei an den im Bau befindlichen Windrädern.


Die Windkraft Forstenrieder Park

Das Bürgerwindprojekt Windkraft Forstenrieder Park ist eine Initiative der vier Kommunen Baierbrunn, Neuried, Pullach und Schäftlarn. Gemeinsam mit der Innovative Energie für Pullach (IEP) wollen sie sechs Windräder im Forstenrieder Park errichten und Bürgerinnen und Bürger am Projekt über Energiegenossenschaften finanziell beteiligen. Die vier Gemeinden sind in der Ende 2023 gegründeten Betreibergesellschaft vertreten. Die Bürgerenergiegenossenschaft BENG eG und die Energiegenossenschaft Fünfseenland eG wurden im Jahr 2024 ebenfalls Kommanditisten der Betreibergesellschaft. Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden konnten sich am Windprojekt finanziell beteiligen. Die Energiegenossenschaften organisieren die Bürgerbeteiligung.

Vier Projektbeteiligte am Infostand vor der Fundamentplatte
v.l.n.r.: Peter Birett, Mitglied des Aufsichtsrats der BENG eG, Dr. Dieter Maier, Gemeinderat Neuried, Katharina Habersbrunner, Vorständin BENG eG, und Marlene Greinwald, Vorständin EGF eG. Foto: © Bürgerenergie Forstenrieder Park / EGF

Auf einen Blick: Das Bürgerwindprojekt Windkraft Forstenrieder Park

Die Windkraft Forstenrieder Park ist ein Gemeinschaftsprojekt der vier Gemeinden Baierbrunn, Neuried, Pullach und Schäftlarn sowie der Bürgerenergiegenossenschaften BENG eG und Energie-Genossenschaft Fünfseenland eG. Zwei der sechs Anlagen gehören der Innovative Energie für Pullach GmbH (IEP), die das Gesamtvorhaben leitet. Die Planung bis zur Genehmigung verantwortete der oberbayerische Windkümmerer Beermann Energiesysteme GmbH; die weitere Projektsteuerung liegt bei der IEP.

Windkraftanlage vom Typ Enercon E-160

Die wichtigsten Fakten:

  • 6 Windräder – davon 4 in Bürgerhand (über die Gemeinden und die Energiegenossenschaften BENG eG und EGF) und 2 der IEP
  • 33 Megawatt Gesamtleistung
  • rund 20.000 Zwei-Personen-Haushalte werden bilanziell pro Jahr mit Strom versorgt
  • 246 Meter Gesamthöhe je Anlage
Karte mit den sechs Standorten der Windkraftanlagen im Forstenrieder Park
Standorte der Windkraftanlagen Bürgerwind Forstenrieder Park. Die vier blau markierten Anlagen werden mit unserer Beteiligung gebaut. Karte: © OpenStreetMap contributors

Bei Fragen kontaktieren Sie uns bitte hier:

Auch interessant für Sie:


Schließen Sie sich den 1000+ Mitgliedern der Genossenschaft an

Nutzen Sie Ihre Chance, in die Energiewende zu investieren und von unseren Erträgen zu profitieren.